Imposante Wanderdünen und der längste Strand Europas - an der Ostseeküste Litauens
Die Kurische Nehrung ist ein wahrer Sehnsuchtsort. Für all diejenigen, die es lieben, feinen Sand unter ihren Füßen zu spüren. Für all diejenigen, die am liebsten frische Meeresluft atmen. Für all diejenigen, die eine herrliche Naturlandschaft genießen möchten. Auf einer Länge von 98 Kilometern trennt eine Landzunge die Ostsee vom kurischen Haff - die Kurische Nehrung. Mächtige Sanddünen erheben sich hier bis zu 60 Meter hoch aus dem Wasser. Die höchste von ihnen gilt als eine der größten Dünen Europas! Die Landschaft ist nicht nur umwerfend schön, sondern auch wahrlich einzigartig. Unendliche lange Sandstrände, der Kontrast zwischen Meer, sanften Dünen und dichten Nadelwäldern faszinieren die Reisenden. Rote Holzhäuser in den umliegenden Ortschaften machen die Idylle perfekt.
Doch die Kurische Nehrung ist ein geteiltes Stück Land. 52 Kilometer der baltischen Halbinsel gehören zu Litauen, während die restlichen 46 Kilometer auf russischem Staatsgebiet liegen, in der Provinz Kaliningrad. Aufgrund ihres feinen Sandes und der imposanten Dünenlandschaft wird die Kurische Nehrung von den Litauern liebevoll litauische Sahara genannt. Andere wiederum sind sich sicher: die Kurische Nehrung ist der längste Strand Europas!
Entstehung der Kurischen Nehrung - Naturgewalten und Legenden
Bereits 3.000 Jahre vor Christus siedelten Menschen an der Kurischen Nehrung. Und schon lange fragten sich die Bewohner, wie diese faszinierende Landzunge wohl entstanden sein mag. Heute weiß man, dass die Naturgewalten der letzten Eiszeit hier eine Halbinsel entstehen ließ. Die mächtigen Dünen, wie sie dort heute zu finden sind, gehen jedoch auf die Abholzung der Wälder durch die Deutschen Ritter zurück. Die gefällten Bäume konnten den Boden nicht mehr vor dem starken Wind schützen und so wurde der feine Sand zu hohen Dünen aufgehäuft. Doch die Litauer hatten schon viel früher eine Erklärung für die Entstehung der Kurischen Nehrung gefunden: die Legende der schönen Riesin Nerginga.
Die bildhübsche Riesin Neringa lebte am Kurischen Haff und war die gute Seele, die dafür sorgte, dass den Fischern zahlreich die Fische ins Netz gingen. Auch wachte sie über die Küste und half Menschen, die mit ihren Booten in Seenot gerieten. Aufgrund ihrer großen Hilfsbereitschaft war sie bei den Menschen sehr wertgeschätzt. Besonders beliebt war sie dank ihrer langen, schönen blonden Haare auch bei den Männern. Sie mischte die Männerwelt förmlich auf. Doch ihr Herz schenkte sie nur einem: Naglis. Er war der Herr der Burg Vente. Als die Hochzeitsglocken läuteten, traf dies all die anderen Verehrer schwer. Einer von ihnen - der Wellengott - konnte seinen Zorn nicht zurückhalten. Er kochte vor Wut und je mehr er sich in seine Eifersucht hineinsteigerte, umso größer wurden die Wellen, die sich an der Ostsee auftürmten und drohten, die kleinen Fischerdörfer zu überfluten. Als die Riesin Neringa dies bemerkte, handelte sie rasch und sammelte Sand, den sie vor der Küste aufschüttete. So baute sie einen Schutzwall aus Sand, sodass Ihre Hochzeit stattfinden und die Fischerdörfer gerettet werden konnten. So entstand der Legende zufolge das Kurische Haff und die Landzunge aus Sand. Noch heute werfen die Fischer im geschützten Haff ihre Netze zum Fischen aus.
Nationalparks an der Kurischen Nehrung
Durch die Abholzung der Kiefernwäldern vor mehreren 100 Jahren begann die Kurische Nehrung sich zu verändern. Zuvor hatten die Wurzeln und Stämme der Bäume den sandigen Boden vor starkem Wind geschützt. Ohne diesen Schutz begannen die Dünen zu wandern. Doch dies hatte nicht nur zur Folge, dass hier eine der größten Dünen Europas entstand. Ganze Ortschaften mussten umgesiedelt werden, einige von ihnen wurden vom Sand begraben. So wurde schnell klar, dass das Ökosystem an der Kurischen Nehrung aus dem Gleichgewicht geraten war - auch wenn so eine der beeindruckendsten Attraktionen dieser Region entstanden war. Also pflanzte man neue Kiefern an und tatsächlich: die Natur beruhigte sich allmählich. Um diese einzigartige Landschaft langfristig zu schützen, wurden sowohl die litauische als auch die russische Seite in den 1990er-Jahren zu Nationalparks erklärt.
Sehenswürdigkeiten an der Kurischen Nehrung - Nida
Schon allein auf Grund der fabelhaften Natur ist die Kurische Nehrung absolut sehenswert. Doch die Gegend birgt zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten. Der Fischerort Nida bildet das Zentrum der Kurischen Nehrung und zählt zu den beliebtesten und bekanntesten Orten der Halbinsel. Besonders in den Sommermonaten kommen die Menschen zum Baden und Sonnen in den Ort, der auch Nidden genannt wird. Die vielen schönen Strände werden von Dünen gesäumt und laden zu ausgiebigen Strandspaziergängen ein. Die Holzhäuschen mit Ihrem Farbenspiel aus Blau, Weiß und Rot und prächtigen Blumengärten machen die Idylle perfekt! Das pittoreske Nida zog schon so manchen Dichter und Autor in seinen Bann - so auch Thomas Mann. Dieser verliebte sich Hals über Kopf in die Kurische Nehrung und verbrachte mehrere Sommer in Nida. Während er im Arbeitszimmer seines Ferienhauses Romane schrieb, genoß er den Blick auf das Haff - seinen "Italienblick". Und auch Sie dürfen in den Genuss dieses Ausblicks kommen, denn das Haus ist heute Kulturzentrum und Museum. Bei einem Besuch lernen Sie mehr über die Region und die Zeit von Thomas Mann an der Kurischen Nehrung.
Einst waren die Küste Litauens und die Kurische Nehrung ein Hotspot der Bernsteinsuche. Das prähistorische Harz lässt sich hier teilweise einfach aus dem Wasser fischen. Aus diesem Grund sollte bei einer Reise nach Nida auch ein Besuch der Bernsteingalerie nicht fehlen. Hier können Sie Litauens größten Bernstein bestaunen, dieser bringt ein stolzes Gewicht von 3820 Gramm auf die Waage. Neben einem spannenden Einblick in die Geschichte des Bernsteins im Baltikum dürfen Sie sich auch auf eine kleine Verkostung freuen: es gibt Bernsteinschnaps!
Die Kurische Nehrung in vollen Zügen genießen
Ein Aufenthalt an der Kurischen Nehrung ist einfach herrlich. Sie bummeln etwas durch das beschauliche Nida und denn geht es natürlich an den Strand. Eine Wanderung zu den mächtigen Dünen ist selbstverständlich ein Muss! Begleitet werden Sie dabei vom ewigen Rauschen der Ostsee. Manch einer zieht die Schuhe aus um den feinen Sand zwischen den Zehen zu spüren. Oder vielleicht testen Sie einmal die Wassertemperatur? Um den Tag perfekt zu machen, sollten Sie am Abend eine Bootstour auf dem Kurischen Haff unternehmen. Vom Wasser aus beobachten Sie, wie die Abendsonne die Küste in ein magisches rosarotes Licht bettet. Haben Sie sich nicht bereits tagsüber in die Dünenlandschaft der Kurischen Nehrung verliebt, werden Sie spätestens jetzt Ihr Herz an sie verlieren. Unterwegs sind Sie dabei ganz stilecht auf einem Holzboot. So wird der Besuch an der Kurischen Nehrung zu einem wahren Genuss!
Mit TARUK die Kurische Nehrung entdecken!
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Bildquellen: Adobe Stock, Lithuania Tourism Board, Baltic Vitalis
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